Bauchgefühl – Steffi Brisch, Heilpraktikerin für Darmgesundheit

Ursachen & Diagnostik

Reizdarm: 8 Hinweise, dass dahinter etwas anderes steckt (und warum dir das bisher keiner gesagt hat)

27. Juni 2026 · 9 Min. Lesezeit

Du hast die Diagnose Reizdarm, aber die Beschwerden bleiben? 8 konkrete Hinweise, dass dahinter eine unerkannte SIBO steckt, und was dein nächster Schritt ist.

Nachdenkliche Frau schaut aus einem Fenster ins Grüne, Symbolbild für das Nachdenken über die Diagnose Reizdarm

Du hast die Diagnose Reizdarm bekommen. Vielleicht warst du in diesem Moment sogar kurz erleichtert, endlich hatte das, was dich seit Monaten oder Jahren quält, einen Namen.

Und dann kam das Aber.

Denn gleichzeitig standen da diese Fragen, auf die dir niemand eine echte Antwort gegeben hat:

Warum habe ich diese Beschwerden überhaupt? Warum wird mein Bauch nach jedem Essen dick? Warum vertrage ich plötzlich immer weniger Lebensmittel? Und warum hilft nichts dauerhaft?

Wenn du beim Lesen mehrfach genickt hast: Du bist hier richtig. Die eigentliche Ursache dahinter wurde nur noch nicht gefunden. Genau darum geht es hier.

Hey, ich bin Steffi, Heilpraktikerin und wegen meiner eigenen Geschichte auf Reizdarm und Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) spezialisiert. In meiner Praxis sehe ich jede Woche Frauen, die seit Jahren versuchen, ihre Beschwerden durch Verzicht in den Griff zu bekommen. Sie streichen Lebensmittel, probieren Darmkuren, schlucken gefühlt 55 Nahrungsergänzungsmittel am Tag. Und es wird einfach nicht besser. Manchmal sogar schlechter.

Ich gehöre nicht zu denen, die dir die nächste Darmkur verkaufen. Ich erzähle dir lieber, was hinter der Diagnose Reizdarm wirklich stecken kann.

Reizdarm ist eine Diagnose, aber keine Erklärung

Reizdarm ist eine reale Diagnose. Deine Beschwerden sind real, daran zweifle ich keine Sekunde. Aber Reizdarm ist eine Ausschluss-Diagnose. Und das macht den entscheidenden Unterschied.

Was heißt das konkret? Die Diagnose Reizdarm darf eigentlich nur dann gestellt werden, wenn wirklich alles untersucht wurde, alle erforderlichen Tests gemacht wurden, und trotzdem keine Erklärung für die Beschwerden gefunden werden konnte.

Ich kann dir aus eigener Erfahrung als ehemalige Patientin und aus hunderten Gesprächen mit Frauen in meiner Praxis sagen, dass das in der Realität zu 99 Prozent nicht gemacht wird.

Vielleicht gab es bei dir eine Darmspiegelung. Gut und wichtig. Aber sie zeigt nur strukturelle Ursachen, also Polypen, Entzündungen, Tumore. Funktionelle Ursachen sieht sie nicht. Wenn überhaupt Stuhltests gemacht werden, sehe ich oft, dass sie gar nicht aussagekräftig sind. Es fehlen Parameter, oder der Befund wurde nicht richtig interpretiert, weil wichtige Zusammenhänge übersehen wurden.

Die nächste Frage: Wurde der Stuhltest überhaupt richtig durchgeführt? Wurdest du vorab aufgeklärt, dass Medikamente, Pro- oder Präbiotika den Befund verfälschen können? Da reicht bereits ein Ibuprofen gegen Kopfschmerzen aus.

Und die spannendste Frage: Wurde bei dir ein SIBO-Atemtest gemacht, um eine eventuelle Dünndarmfehlbesiedlung festzustellen oder auszuschließen?

Wahrscheinlich nicht.

Das ist einer der häufigsten Gründe, warum SIBO bei Frauen mit Reizdarm-Diagnose einfach übersehen wird, obwohl sie gut behandelbar ist, wenn man weiß, wonach man sucht.

Meine eigene Geschichte mit der Diagnose

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich selbst die Diagnose Reizdarm bekommen habe. Ein Teil von mir war sogar erleichtert. Endlich hatte das Kind einen Namen.

Aber das ungute Gefühl blieb, weil die Diagnose mir zwar sagte, was ich hatte, nicht aber warum.

Das war der Moment, in dem ich anfing, selbst weiterzusuchen. Heute weiß ich, was ich damals nicht wusste: Die Diagnose Reizdarm war nicht die Antwort. Sie war der Anfang meiner Suche nach der eigentlichen Ursache. Dort, wo die Schulmedizin aufgehört hat, habe ich angefangen.

Erkennst du deine Diagnose wieder?

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Die 8 häufigsten Hinweise, dass hinter deinem Reizdarm eine SIBO stecken könnte

1. Kaum gegessen, geht es los

Kennst du das? Morgens passt die Jeans noch problemlos. Nach dem Mittagessen spannt die Hose. Und am Abend sieht der Bauch plötzlich aus, als wärst du im sechsten Monat schwanger.

Dazu kommen oft Völlegefühl, Blähungen oder Aufstoßen. Von vielen Frauen höre ich auch, dass sie sich schon nach wenigen Bissen unangenehm voll fühlen.

Diese Beschwerden haben ein Muster: Sie kommen vor allem nach dem Essen. Du isst etwas, und 30 Minuten bis zwei Stunden später geht es los. Der Bauch bläht sich auf, es grummelt, drückt oder fühlt sich einfach nicht richtig an.

Vielleicht erkennst du dich auch hier wieder: Nach Lebensmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchten, Obst, ballaststoffreichen Lebensmitteln oder sogar bestimmten Probiotika fühlst du dich wie ein Ballon.

2. Du verträgst plötzlich immer mehr Lebensmittel nicht

Am Anfang waren es nur einzelne Lebensmittel. Vielleicht bestimmte Obst- oder Gemüsesorten. Dann kamen Milchprodukte dazu. Später Gluten. Und irgendwann hast du das Gefühl, dass fast alles Beschwerden macht.

Essen, das früher selbstverständlich war, wird plötzlich zum Risiko. Restaurantbesuche werden anstrengend. Und manchmal hast du sogar das Gefühl, dass es dir besser geht, wenn du gar nichts isst.

Ein besonders deutlicher Hinweis: Auch gesunde Lebensmittel machen Probleme. Mehr Gemüse, mehr Ballaststoffe, Flohsamenschalen, Probiotika. Das alles soll dir eigentlich guttun. Stattdessen wird der Blähbauch größer, das Völlegefühl stärker und die Verdauung noch empfindlicher.

3. Du leidest seit Jahren unter Verstopfung oder Durchfall

Im Grunde dreht sich dein Leben um Toiletten. Entweder leidest du unter Durchfällen, die so plötzlich kommen, dass du immer ein Klo in deiner Nähe brauchst. Oder du fragst dich, wann du das letzte Mal aufs Klo warst, weil es schon Tage her ist. Beides kann übrigens auch im Wechsel auftreten.

Diese Muster sind kein Zufall. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung produzieren die Bakterien unterschiedliche Gase, und je nach Gasform entsteht eher Durchfall oder eher Verstopfung.

4. Du hast häufig das Gefühl, nicht vollständig entleert zu sein

Du warst auf der Toilette. Aber trotzdem hast du das Gefühl, dass da noch etwas feststeckt.

Manche Frauen beschreiben es so, als wäre der Stuhlgang nie wirklich abgeschlossen. Andere müssen mehrfach hintereinander zur Toilette oder denken schon kurze Zeit später wieder daran.

Das ist kein "empfindlicher Darm". Das ist ein konkreter Hinweis darauf, dass im Verdauungstrakt etwas aus dem Takt geraten ist.

5. Bauchschmerzen, die du nicht greifen kannst

Bauchschmerzen können sich ganz unterschiedlich anfühlen. Manchmal ist es ein Druckgefühl, manchmal Krämpfe oder ein Ziehen. Manchmal sind es diffuse Schmerzen, die du einfach nicht greifen kannst.

Wenn du beim Arzt saßt und nicht wusstest, wie du es beschreiben sollst, ich kenne das. „Es tut so irgendwie weh" klingt nicht nach einer echten Beschwerde. Ist es aber. Der Druck, der bei einer Dünndarmfehlbesiedlung entsteht, wandert, deshalb kannst du oft gar nicht sagen, wo genau es wehtut.

6. Du hast schon vieles ausprobiert, aber nichts hilft dauerhaft

Du hast bestimmt schon Darmreinigungen gemacht, verschiedene Probiotika ausprobiert, Nahrungsergänzungsmittel genommen oder deine Ernährung mehrfach umgestellt.

Und vielleicht gab es sogar Momente, in denen du dachtest: "Jetzt habe ich endlich die Lösung gefunden."

Doch nach kurzer Zeit waren die Beschwerden wieder da.

Das ist nicht dein Versagen. Das ist ein Hinweis darauf, dass du an Symptomen herumdokterst, ohne die eigentliche Ursache zu kennen. Gegen die Ursache hilft eben weder Magnesium noch die nächste Probiotika-Kur.

7. Dein Blähbauch bestimmt inzwischen deinen Alltag

Ein Blähbauch ist nicht nur ein Verdauungssymptom. Irgendwann fängt er an, dein Leben mitzubestimmen.

Du greifst morgens zu der Hose, die auch am Abend noch bequem sitzt. Du überlegst vor dem Restaurantbesuch, ob dein Bauch danach wieder aussieht, als wärst du schwanger. Im Urlaub denkst du mehr über deinen Bauch nach als über den Sonnenuntergang vor dir.

Wenn du dich darin wiedererkennst, weißt du: Es gibt eine Ursache. Sie wurde nur noch nicht gefunden.

8. Du hast das Gefühl, dass niemand nach dem Warum sucht

Ich höre das immer wieder: „Mir wurde gesagt, ich müsse damit leben." „Alle Untersuchungen waren unauffällig." „Ich habe keine richtigen Antworten bekommen."

Das ist kein Einzelfall. Das hat System.

Die Schulmedizin ist gut darin, gefährliche Erkrankungen auszuschließen. Das ist wichtig und richtig. Aber sie hört oft dort auf, wo die eigentliche Suche erst beginnen müsste. Atemtests, Funktionstests, differenzierte Stuhldiagnostik. Das alles gehört nicht zur Standardversorgung. Also bleibt es aus.

Was übrig bleibt, ist die Diagnose Reizdarm. Und der Satz: „Damit müssen Sie leben."

Damit leben bedeutet: weiter einschränken, weiter verzichten, weiter funktionieren, während dein Bauch davon unbeeindruckt bleibt.

„Damit leben", das akzeptiere ich nicht als Antwort. Ob SIBO, Histaminintoleranz oder ein Pilzbefall im Darm: Es gibt immer eine Ursache. Sogar die Ursache hinter der Ursache. Deine Beschwerden entstehen nicht grundlos. Sie sind eine Reaktion auf etwas Konkretes, das sich herausfinden lässt.

Dort, wo andere aufhören, fange ich erst richtig an.

Bedeutet das, dass deine Reizdarm-Diagnose falsch ist?

Nein. Reizdarm ist real, aber er ist ein Startpunkt, kein Endpunkt. Dieser Artikel soll dir keine Angst machen und dich nicht in eine Selbstdiagnose treiben. Er soll dir zeigen, dass „Reizdarm" viel zu oft das letzte Wort ist, obwohl die eigentliche Suche da erst beginnt.

Ob eine Dünndarmfehlbesiedlung, eine Histaminintoleranz oder etwas ganz anderes dahintersteckt, lässt sich herausfinden.

Das Wichtigste in Kürze

Reizdarm ist eine Ausschlussdiagnose, keine Erklärung für deine Beschwerden.

SIBO wird bei Reizdarm-Diagnosen häufig übersehen, weil selten ein Atemgastest gemacht wird.

8 typische Hinweise auf SIBO: Reaktion nach jeder Mahlzeit, wachsende Unverträglichkeiten, Verstopfung oder Durchfall im Wechsel, unvollständige Entleerung, wandernde Bauchschmerzen, erfolglose Selbstversuche, ein vom Bauch bestimmter Alltag und das Gefühl, dass niemand nach dem Warum sucht.

Warum hinter deinen Beschwerden mehr steckt, als die meisten sehen

Und jetzt der wichtigste Punkt.

Du bist nicht zickig, nicht launisch und ganz sicher nicht „halt einfach empfindlich". Deine Beschwerden sind ein Signal mit einer Ursache, und sie werden lauter, weil die leisen Hinweise vorher niemand gehört hat.

Das eigentlich Verrückte ist nicht, dass dein Bauch jeden Abend aufgebläht ist. Das eigentlich Verrückte ist, dass dir seit Jahren niemand gesagt hat, dass es dafür eine Ursache gibt. Eine, die man finden und behandeln kann.

Du bist nicht überempfindlich. Du bist nicht das Problem. Es ist nur noch niemand mit dir tief genug gegangen.

Was das für dich bedeutet

Wenn sich dieser Artikel wie deine Geschichte angefühlt hat, ist das hier der nächste sinnvolle Schritt: Such dir einen SIBO-Therapeuten, der wirklich diagnostisch arbeitet, keinen, der mit der nächsten Darmkur wartet. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, dafür bin ich da.

Die entscheidende Frage lautet: „Warum macht mein Darm diese Beschwerden überhaupt?" Dort beginnt die eigentliche Ursachenforschung.

Wenn du nicht weißt, was dein nächster Schritt ist

Vielleicht denkst du gerade: „Das bin ich. Aber was soll ich jetzt konkret tun?"

Dafür habe ich den Darm-Kompass geschaffen. 60 Minuten, nur wir zwei per Zoom. Ich schaue mir deine Geschichte an, nicht nur deine Symptome. Danach weißt du, was wirklich hinter deinen Beschwerden stecken könnte, welche Diagnostik bei dir Sinn ergibt und wo und wie du konkret anfängst.

Viele Frauen sagen mir danach: „Ich weiß zum ersten Mal, wonach ich suchen muss." Das ist der Unterschied zwischen weitermachen wie bisher und einem echten nächsten Schritt.

Bevor du dort startest, findest du in wenigen Minuten eine erste Einordnung im Blähbauch-Check.

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Steffi Brisch

Steffi Brisch

Heilpraktikerin für Darmgesundheit in Potsdam, spezialisiert auf Reizdarm und SIBO, aus eigener Erfahrung mit über 60 Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

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